
Surfen und Bodyboarden auf den Kanaren: wo du lernst und wo du den Profis zuschaust
Im Oktober spielt auf den Kanarischen Inseln auch die Welle eine Hauptrolle. Drei Profi-Bodyboard-Contests folgen direkt aufeinander: Die Europaserie (European Tour of Bodyboard, ETB) macht zweimal Station, vom 7. bis 10. Oktober auf Teneriffa am Strand El Socorro in Los Realejos, dann vom 11. bis 14. Oktober auf Gran Canaria an La Cícer, einem Abschnitt des Stadtstrands von Las Palmas. Vom 17. bis 31. Oktober endet schließlich in Gáldar, an der Welle El Frontón, die Bodyboard-Weltserie, die IBC World Tour. La Cícer ist kein zufälliger Austragungsort: Laut dem Spanischen Surfverband fand hier 1986 der erste Bodyboard-Contest Spaniens statt.
Wenn du nicht zuschauen, sondern es selbst ausprobieren willst, bist du hier richtig. Laut dem offiziellen Tourismusportal der Kanarischen Inseln hat das Wasser das ganze Jahr über rund 20 Grad, und an fast jedem Surfspot gibt es eine Schule und einen Materialverleih. Die Wellen brechen hier mit solcher Kraft, weil es rund um die Inseln keinen Kontinentalschelf gibt, und der vulkanische Untergrund bricht die Welle immer an derselben Stelle.
Dieser Artikel ist kein Ranking. Wo wir Niveau, Untergrund oder Saison angeben, stammt das vom offiziellen Tourismusportal der Kanarischen Inseln, von den Tourismusbehörden der einzelnen Inseln und vom Verband. Wo wir vorsichtiger sind als die Quellen, sagen wir das extra dazu.
Im Oktober kannst du auch den Profis zuschauen
El Socorro, Teneriffa: 7. bis 10. Oktober
Der Strand El Socorro in Los Realejos ist im Oktober Schauplatz der Contest-Reihe Socorro Classic, vom 6. bis 18. Oktober. Dazu gehört auch die Station der europäischen Bodyboard-Tour, laut offizieller Website vom 7. bis 10. Oktober. Am 11. und 12. Oktober finden hier außerdem eine Etappe der spanischen Junioren-Surfmeisterschaft und der offene Wettbewerb der Kanarischen Meisterschaft statt. Laut Turismo de Tenerife kann man hier das ganze Jahr surfen, mit Rechts- und Linkswellen. Unser Eintrag zu El Socorro.
La Cícer, Gran Canaria: 11. bis 14. Oktober
Der ETB Gran Canaria Pro findet dieses Jahr zum fünften Mal statt. Gestartet wird in vier Kategorien (Men, Women, Junior und Dropknee), die Infrastruktur des Events steht an der Promenade von Las Canteras, der Avenida de Las Canteras. Laut der Mitteilung des Verbands können Einheimische wie Besucher an allen vier Wettkampftagen zum Zuschauen vorbeikommen. Einen genauen Tagesplan gibt es nicht: Bei einem Wellen-Contest hängt das Programm vom Zustand des Meeres ab.
El Frontón, Gáldar: 17. bis 31. Oktober
An der Nordküste Gran Canarias, in Gáldar, wird der Gran Canaria Frontón King ausgetragen, das diesjährige Abschlussevent der Bodyboard-Weltserie (IBC World Tour), laut offizieller Website vom 17. bis 31. Oktober. El Frontón ist eine der schwierigsten Wellen der Inseln: An großen Tagen braucht es Erfahrung und Mut. Das ist kein Spot zum Lernen, sondern die Bühne der Weltbesten. Den Tagesplan bestimmt die Welle; den aktuellen Stand findest du auf der Website des Contests: frontonking.com.
Was du über La Cícer wissen solltest
La Cícer ist ohnehin eines der europäischen Zentren des Bodyboardens. Laut dem Meeresportal der Stadt Las Palmas (LPAmar) hat der Spot drei Bereiche: Los Muellitos mit felsigem Untergrund und schnellen, hohlen Wellen; El Bufo in der Mitte, mit Sandgrund und auch gut für Contests; El Piti Point mit Sand- und Felsgrund, ein beliebter Abschnitt, an dem die Wellen länger sind als am El Bufo, aber mit weniger Kraft brechen. An La Cícer liegt auch die ausgewiesene Lernzone der Stadt. Unser Eintrag zu Las Canteras.
Für Einsteiger: hier fängst du am besten an
Die Faustregel stammt von Turismo de Tenerife: Wellen über Sand oder über Sand und Steinen sind etwas für Einsteiger und die Mittelstufe, Wellen über vulkanischem Riff etwas für Fortgeschrittene. Wenn du noch nie auf einem Brett gestanden hast, fang nicht an einem Riff an, und nicht allein.
Gran Canaria
La Cícer, Las Palmas. Laut dem offiziellen Tourismusportal der Kanaren einer der leichtesten und freundlichsten Surfspots der Inselgruppe für Einsteiger. Laut der Stadt ist La Cícer der einzige Teil der Bucht von Las Canteras, den die Felsbank La Barra nicht schützt, deshalb liegt hier die Lernzone. Freies Surfen und Schulbetrieb kommen gut nebeneinander aus: Sechs Schulen geben Unterricht auf dem Abschnitt zwischen der Calle Covadonga und der Calle California.
Teneriffa
El Porís, Arico. Ein Strand mit Sandgrund, die Brandung ist ideal für Einsteiger und Kinder, und viele Schulen kommen hierher.
Playa del Faro (El Porís de Abona), Martiánez (Puerto de la Cruz) und El Socorro in Güímar. Laut Turismo de Tenerife vor allem etwas für Einsteiger und die Mittelstufe. Achtung: Das ist El Socorro in Güímar, nicht das El Socorro in Los Realejos, wo die Contests stattfinden. Unser Eintrag zu Martiánez.
Wo wir vorsichtiger sind als die Tourismusportale. Almáciga und Igueste de San Andrés in Anaga empfehlen die offiziellen Portale für alle Niveaus, Bajamar auch für Einsteiger. Als Anfänger raten wir dir trotzdem, dort nur mit Schule und bei ruhigem Meer ins Wasser zu gehen. In Almáciga ist die Brandung oft kräftig (das steht auch in unserem eigenen Strandartikel), die Welle von Igueste bricht vor einem Geröllstrand (callaos), und in Bajamar besteht die Küste größtenteils aus Lavaplatten und Meerwasserbecken. Solange du noch lernst, ist die Welle an diesen Stellen nicht berechenbar genug. Unser Eintrag zu Almáciga.
Lanzarote
Famara. Wegen der Wellen und des Sandgrunds hält das Tourismusportal der Kanaren Famara für ideal für Einsteiger, es gehört zu den Lieblingsspots der Schulen, und für Kinder ist die Mitte des Strands am besten. Gleichzeitig stuft die Tourismusbehörde von Lanzarote die Brandung als stark ein und weist auch auf Gefahr hin. Das ist kein Widerspruch: Mit Schule und in der Lernzone ist Famara ein Einsteigerspot, zum freien Baden eignet er sich aber nicht. Unser Eintrag zu Famara.
Fuerteventura
El Burro, bei Corralejo. Perfekt für Einsteiger, aber direkt am Breakpoint zu surfen verlangt schon etwas Erfahrung, und bei großen Wellen kannst du auch auf dem Riff landen.
El Cotillo. Hier gibt es jede Menge Schulen für Surfen, Kiten, SUP, Windsurfen und Wingfoilen. Unser Eintrag zu El Cotillo.
Für Fortgeschrittene: damit wartest du, bis du sicher bist
Die folgenden Spots sind etwas für Erfahrene oder Profis. Bei den meisten steht auch dabei, dass die beste Zeit ungefähr von Oktober bis März oder Mai reicht, also genau jetzt beginnt.
Gran Canaria
La Barra, Las Palmas. Auf der Felsbank vor Las Canteras brechen bei Flut drei Peaks: schnelle, kurze, hohle Wellen, etwas für alte Hasen.
El Confital. Die Rechte ist etwas für Experten, sie bricht über vulkanischem Grund, ist von September bis Mai bei Flut am besten, und bei großen Wellen kann dich die Strömung Richtung Felsen ziehen. Unser Eintrag zu El Confital.
El Lloret. Rechte und linke Peaks über Geröll; laut der Stadt kann es hier bei großem Swell sehr gefährlich werden.
El Pico de La Laja. Ein Bodyboard-Spot über vulkanischem Riff, vor allem für Experten. Unser Eintrag zu La Laja.
El Frontón, Gáldar. Die Welle der Weltserie (siehe oben), sie verlangt Erfahrung; die größten Wellen kommen von Oktober bis Mai.
El Puertillo (Arucas) und Arguineguín. Laut Gran Canaria Turismo ist der erste einer der wichtigsten Spots im Norden, der zweite einer der wichtigsten im Süden. Unser Eintrag zu El Puertillo.
Teneriffa
Die Linke von Las Palmeras, Playa de las Américas. Der bekannteste Surfspot Teneriffas; vulkanischer Grund, am besten von Oktober bis März, mittleres Niveau, das bei starkem Westswell anspruchsvoller wird. Unser Eintrag zu Playa de las Américas.
Punta Blanca, Guía de Isora. Ein Bodyboard-Spot über vulkanischem Riff, vom mittleren bis zum Expertenniveau, von Oktober bis Mai.
La Machacona, bei La Tejita. Bodyboarden über vulkanischem Fels, für Fortgeschrittene; hier ausnahmsweise am besten von Juni bis September. Unser Eintrag zu La Tejita.
Lanzarote und La Graciosa
El Quemao, La Santa. Für Experten, von Oktober bis März.
Die Linke von La Santa. Bricht über vulkanischem Riff, der Einstieg ist schwierig, nichts für Einsteiger.
Die Linke von San Juan, Caleta de Famara. Vulkanisches Riff, von September bis Mai.
Baja del Ganado, La Graciosa. In der Nähe des Strands Las Conchas, vor allem für Experten; bei starkem Swell gibt es viel Strömung. Unser Eintrag zu Las Conchas.
Fuerteventura
Bristol (Shooting Gallery). Zehn Minuten von Corralejo, über vulkanischem Grund; die besten Wellen kommen im Winter.
El Hierro, bei Majanicho. Die bekannteste Welle Fuerteventuras. Lass dich vom Namen nicht täuschen: Das ist ein Surfspot auf Fuerteventura, nicht die Insel.
Die Rechte von Lobos. An der Südwestküste der Insel Lobos bricht die längste Welle der Kanaren, zwischen 300 und 500 Meter lang. Die Welle bietet etwas für alle Niveaus und ist von Oktober bis März am besten, aber schon der Weg dorthin ist eine Aufgabe für sich: mit dem Boot ab Corralejo, dann etwa eine Stunde zu Fuß vom Hafen von Lobos, und ins Wasser kommst du nur vom Boot aus oder zu Fuß über die vulkanische Felsbank, immer mit Neoprenschuhen. Für die Insel brauchst du eine Genehmigung, die du in der Web-App Lobos Pass des Cabildo beantragst. Unser Eintrag zu Lobos.
La Palma, La Gomera und El Hierro
Auf La Palma fahren die Surfer laut dem Tourismusportal der Insel im Winter an den Strand Echentive an der Südspitze, in Fuencaliente, und im Sommer an den Strand Nogales im Nordosten. Unser Eintrag zu Echentive und unser Eintrag zu Nogales.
Für La Gomera und El Hierro nennt das offizielle Tourismusportal keinen Surfspot, deshalb tun wir es auch nicht. Das heißt nicht, dass es dort keine Wellen gibt, nur dass du als Besucher nicht gerade auf diese beiden Inseln zum Surfen fahren solltest.
Zwei Orte, die du nicht mit dem Wellenreiten verwechseln solltest
El Médano (Teneriffa) und Pozo Izquierdo (Gran Canaria) sind berühmte Wassersport-Spots, aber nicht wegen des Wellenreitens, sondern wegen Kitesurfen bzw. Windsurfen. Pozo Izquierdo ist eine Station des Windsurf-Weltcups (PWA) und verlangt ein hohes Niveau.
So wählst du eine Schule
Der Kanarische Surfverband (Federación Canaria de Surfing, FCS) besteht seit 1994 und akkreditiert offizielle Schulen; die Akkreditierung muss jedes Jahr erneuert werden. Die Liste für 2026 veröffentlicht er Insel für Insel und unterscheidet zwei Stufen: die offiziellen Schulen und die sogenannten „tecnificación“-Schulen, die auch auf eine Entwicklung im Wettkampfsport vorbereiten.
Einige Schulen von der Liste 2026, die auch bei uns einen Eintrag haben:
Gran Canaria: Mojo Surfcamp (tecnificación), Surf Canaries, South Coast Surf School, Canary Wave Surf School.
Teneriffa: Kontraola Surf School und Surf Life Tenerife (beide tecnificación), Shaka Surf Tenerife, Tenerife Surf Point, Franz Surf School, Ika Ika Surf Camp.
Fuerteventura: The Wild Surf, Surfintrip, Planet Surf Camp.
Für Lanzarote gibt es auf der Website des Verbands zwar eine Rubrik für die offiziellen Schulen, aber der Link zur Liste führt derzeit ins Leere, deshalb können wir keine Schule auf Lanzarote als offiziell nennen. Das sagt nichts über die Schulen dort aus, es heißt nur, dass sich diese Art von Nachweis dort im Moment nicht prüfen lässt. Die vollständigen, aktuellen Listen findest du auf der Website des Verbands: fcsurf.es.
Wörter, die du am Strand hören wirst
derecha / izquierda: Rechts- und Linkswelle, aus Sicht des Surfers, der die Welle Richtung Ufer reitet.
pico: der Peak, also die Stelle, an der die Welle zuerst bricht.
baja: eine Felsbank oder ein Riff unter Wasser, über dem die Welle bricht.
callaos: vom Meer rund geschliffene Geröllsteine am Ufer.
marea alta / marea baja: Flut und Ebbe.
tubo: die Tube, wenn sich die Welle über dem Surfer wölbt.
Sicherheit: kurz, denn dazu gibt es einen eigenen Artikel
Die Flaggen. An den kanarischen Stränden zeigen die rote, die gelbe und die grüne Flagge die Gefahr an. Für Surfer ist noch eine vierte wichtig: Die schwarz-weiß karierte Flagge markiert den Sportbereich des Strands, in dem Wassersport erlaubt ist.
Küstenwarnung. Wenn die kanarische Regierung wegen Küstenphänomenen eine Vorwarnung herausgibt, bittet sie ausdrücklich darum, Wassersport und sportliche Aktivitäten zu verschieben. Die Details: Küstenwarnung auf den Kanaren.
Brandungsrückströmung. Wie du sie erkennst und was du tust, wenn sie dich erwischt: Brandungsrückströmungen auf den Kanarischen Inseln.
Check die Gezeiten. Viele Spots funktionieren nur bei Flut oder nur bei Ebbe, und an Riffspots bleibt bei Ebbe wenig Wasser über dem Fels. Die Gezeitentabelle findest du in jeder Meereswetter-App.
Nicht allein und nicht zu lange. Turismo de Tenerife rät, mit Begleitung zu surfen und eine Session nicht länger als zwei Stunden dauern zu lassen.
Im Notfall: 112.
Wenn du das Wasser lieber vom Strand aus anschaust: Die Strände haben wir Insel für Insel zusammengestellt, die schönsten Strände auf Gran Canaria, auf Teneriffa, auf Lanzarote und auf Fuerteventura. Und für die Welt unter Wasser: Tauchen und Schnorcheln auf den Kanaren.
Quellen: Hola Islas Canarias (das offizielle Tourismusportal der Kanarischen Inseln), Steckbriefe der einzelnen Surf- und Bodyboard-Spots; LPAmar, Stadt Las Palmas de Gran Canaria; Gran Canaria Turismo (grancanaria.com); Turismo de Tenerife (webtenerife); Turismo Lanzarote; Visit La Palma; Cabildo de Fuerteventura (Lobos Pass); Federación Española de Surfing (fesurf.es), Mitteilung zum ETB Gran Canaria Pro 2026; Federación Canaria de Surfing (fcsurf.es), die offiziellen Schullisten 2026 und die Mitteilung zum Socorro Classic 2026; socorroclassic.com; Gobierno de Canarias, Verordnung über die Sicherheitskennzeichnung an Stränden (BOC 2022/148) und Mitteilungen zu Küsten-Vorwarnungen.
Titelbild (zugeschnitten): El Confital, Gran Canaria. Bengt Nyman, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.

