Die schönsten Strände Fuerteventuras
i24Esther19. Juli 2026

Die schönsten Strände Fuerteventuras

Wenn die Kanaren eine Strandinsel haben, dann ist es Fuerteventura. Hier ist der Sand keine versteckte Bucht zwischen Klippen: Es sind Kilometer um Kilometer goldener und weißer Sand, mit der Sahara so nah, dass sie manchmal ihren Calima-Staub herüberweht, türkisfarbenes Wasser und ein Wind, den die einen verfluchen und die anderen vom anderen Ende der Welt her suchen. Es gibt Dünen zum endlosen Wandern, eine flache Lagune für die Kleinen, eine wilde Bucht, die fast niemand erreicht, und sogar einen schwarzen Strand, der ein Stück Erdgeschichte ist. Wir zeigen dir die besten nach Art des Tages und wie du deinen wählst.

Dünen und endloser Sand: der Norden von Corralejo

Das Postkartenbild der Insel liegt im Norden. Die Grandes Playas de Corralejo sind mehrere Kilometer heller Sand und türkisfarbenes Wasser direkt am Naturpark der Dünen, ein Meer aus Sand, das wie eine über den Atlantik ragende Wüste wirkt, mit der Insel Lobos und Lanzarote im Hintergrund. Es ist ein offener, breiter Strand mit reichlich Platz, um stundenlang zu laufen oder deinen eigenen Winkel fern vom Nachbarn zu finden. Genau gegenüber, eine kurze Bootsfahrt vom Hafen entfernt, verbirgt das Eiland Isla de Lobos Buchten mit glasklarem Wasser wie El Puertito: ein Halbtagesplan, der sich lohnt, aber Achtung mit dem Papierkram. Um einen Fuß auf Lobos zu setzen, brauchst du eine kostenlose, verpflichtende Zutrittsgenehmigung, die du online auf der Website des Cabildo beantragst: ein Kontingent von nur 200 Personen pro Schicht und maximal vier Stunden auf dem Eiland. Die Plätze sind schnell weg und werden nur wenige Tage vorher freigegeben, also reserviere so früh wie möglich; sie ist getrennt vom Bootsticket.

Ein Tipp von hier: Es ist ein geschützter Naturpark, du darfst also nur auf den ausgewiesenen Flächen an der Straße FV-1 parken; das Auto auf dem Sand oder den Dünen abzustellen ist verboten und wird mit einem Bußgeld belegt. Komm in der Hochsaison früh und rechne mit einem guten Fußweg bis zum Ufer.

Die Lagune, die kommt und geht: Sotavento

Im Süden, in Jandía, liegt der besondere Strand schlechthin: Playa de Sotavento, rund neun Kilometer goldener Sand, die unter Windliebhabern ein großer Name sind. Sein großes Geheimnis ist eine Lagune, die mit den Gezeiten erscheint und verschwindet, ein Spiegel aus flachem, mildem Wasser, ideal für Kinder und für die ersten Schritte auf dem Board. Hier wird seit 1986 die Weltmeisterschaft im Windsurfen und Kitesurfen ausgetragen, die Ende Juli den Himmel mit bunten Segeln füllt.

In der Nähe liegt Costa Calma, geschützter und mit Angeboten direkt am Sand, eine gute Basis, wenn du mit Familie reist. Der Trick bei Sotavento ist einfach: Die Lagune bildet sich nur bei Ebbe, also schau vor dem Losfahren in die Gezeitentabellen. Um die Rider fliegen zu sehen, reicht dagegen jeder windige Nachmittag.

Wilde Strände: Cofete, zum Verlieren

Der legendärste und am wenigsten gezähmte ist Playa de Cofete im äußersten Südwesten: mehr als zehn Kilometer unberührter Sand am Fuß des Jandía-Massivs, kaum ein Gebäude in Sicht. Du erreichst ihn über eine rund zwanzig Kilometer lange Schotterpiste, schmal und kurvig, die selbst in gutem Tempo keine drei Viertelstunde unterbietet, also fahr langsam, am besten mit einem hohen Auto. Ein wichtiges Detail: Die meisten Mietwagenfirmen verbieten das Fahren auf unbefestigten Pisten, und wenn du dort einen Platten hast oder etwas kaputtgeht, deckt die Versicherung weder den Schaden noch den Abschleppdienst. Prüf deinen Vertrag; wenn du das Auto nicht riskieren willst, fährt von Morro Jable ein Bus hinauf für etwa neun Euro pro Fahrt. Der Lohn ist eine überwältigende Landschaft, eine der wildesten der Kanaren, aber hier gibt es nichts: keine Strandbar, keinen Rettungsschwimmer, keinen Schatten. Nimm reichlich Wasser, Essen und Sonnenschutz mit und plane den ganzen Tag ein.

Und eine Warnung, die nicht übertrieben ist: In Cofete bricht das Meer hart und die Brandungsrückströmungen sind wirklich gefährlich. Geh nur bei ruhiger See hinein, wo es flach ist, und niemals allein oder weit vom Ufer. Es ist ein Ort zum Betrachten und Spazieren, mehr als zum Schwimmen. Warum diese Strömungen so tückisch sind, erklären wir in unserem Ratgeber zu Strömungen und Brandungsrückstrom auf den Kanaren.

Ruhiges Wasser: El Cotillo und La Concha

Es ist nicht alles Wind und Wellengang. Im Nordwesten, neben dem Fischerdorf El Cotillo, liegen Los Lagos: eine Reihe von Becken und Lagunen mit klarem, ruhigem Wasser, die Barrieren aus Vulkangestein vor dem offenen Meer schützen. Es ist der beste Plan der Insel für ein ruhiges Bad, zum Schnorcheln und für die Kinder, mit Dorfatmosphäre. Allerdings haben sie, weil sie abgelegen sind, keinen festen Rettungsschwimmer, also pass auf die Kleinen auf. Die nahe Playa de la Concha, eine halbmondförmige Bucht, umarmt von Vulkanformationen, rundet die Gegend mit weißem Sand und klarem Wasser ab. Nördlich des Dorfes dagegen öffnen sich die Strände dem Wellengang und füllen sich mit Surfern.

An der Küste von Jandía, nahe Morro Jable, bieten Playa de Butihondo und das benachbarte Esmeralda goldenen Sand und geschütztes Wasser, gut für ein langes Bad fern vom Trubel.

Schwarzer Sand: Ajuy, eine Reise zum Ursprung

Für etwas völlig anderes wechsle an die Westküste und steige hinab nach Playa de Ajuy. Hier ist der Sand schwarz und vulkanisch, eingerahmt von dunklen Klippen, die nichts anderem auf der Insel gleichen. Ein kurzer, gut ausgebauter Pfad steigt vom Strand am Klippenrand hinauf zu den Höhlen von Ajuy, Meeresgrotten, die das Meer in den uralten Fels gegraben hat. Mehr als ein Strand zum Sonnenbaden ist es ein Ausflug mit Aussicht, Erdgeschichte und einem Sonnenuntergang, an den man sich erinnert. Das Baden ist hier eine ernste Sache: An der Westküste schlägt der Wellengang hart und die Strömungen werden tückisch, sobald du dich vom Ufer entfernst, also besser nur die Füße nass machen und kaum mehr. Trag bequemes Schuhwerk für den Pfad.

Wusstest du schon? Die Klippen von Ajuy bergen die ältesten Gesteine aller Kanaren. Sie gehören zum sogenannten Basalkomplex, Fragmente der alten ozeanischen Kruste, die sich Tausende Meter tief auf dem Meeresboden bildeten und die geologische Prozesse vor Dutzenden Millionen Jahren über die Oberfläche hoben. Es sind Wände, die weit älter sind als die Vulkane, die die Insel formten: ein Stück Erde, das älter ist als der Archipel, wie wir ihn kennen.

So wählst du deinen Strand (und ein paar Tipps)

  • Norden oder Süden. Der Norden (Corralejo, El Cotillo) vereint die Dünen, die ruhigen Lagunen von Los Lagos und die Dorfatmosphäre; der Süden (Sotavento, Costa Calma, Jandía) ist das Reich des Windes und des endlosen Sandes. Mit Kindern greif zu den Lagunen von El Cotillo oder zu Sotavento bei Ebbe; zum Wandern und Abschalten die Grandes Playas oder Cofete.

  • Wie du hinkommst. Mit dem Auto erreichst du fast alle; nach Cofete nur über die Schotterpiste (und mit der Mietwagenversicherung im Hinterkopf). Das Busnetz deckt die großen Orte ab: Linien und Fahrpläne findest du auf der offiziellen Website von Tiadhe, dem öffentlichen Verkehrsunternehmen Fuerteventuras.

  • Schau vor dem Losfahren nach. Viele dieser Strände haben eine Live-Kamera: Ein Blick verrät dir, wie Meer, Wind und Andrang sind, bevor du ins Auto steigst. Die Grandes Playas siehst du zum Beispiel auf Live-Webcams.

  • Wind und Gezeiten bestimmen. Der Wind ist gut für den Sport, aber am offenen Strand wirbelt er Sand auf und kühlt: Such die geschützte Seite, wenn du dich nur hinlegen willst, und denk in Sotavento daran, dass die Lagune von den Gezeiten abhängt.

  • Angebote und Sicherheit. Die Touristenstrände haben Toiletten, Rettungsschwimmer und Restaurants; die wilden wie Cofete nichts. Der Atlantik ist nicht das Mittelmeer: Am offenen Strand können Strömungen und Brandungsrückstrom stark sein. Achte auf die Flaggen und bleib im Zweifel dort, wo es flach ist.

Bei islas24 findest du jeden dieser Strände mit Lage, Anfahrt und Angeboten. Dünen oder Lagune, ruhig oder wild, golden oder schwarz: Auf Fuerteventura ist der Strand nie Plan B, er ist der Grund der Reise.

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