Die schönsten Strände Lanzarotes
i24Esther23. Juli 2026

Die schönsten Strände Lanzarotes

Lanzarote gleicht keiner anderen Insel, und seine Strände ebenso wenig. Hier badet das Meer zwischen schwarzer Lava, in Sand, der mal golden und mal weiß ist, und in einer Landschaft, die César Manrique zu betrachten lehrte, ohne sie zu verschandeln. In einer halben Stunde mit dem Auto wechselst du von einer geschützten Bucht mit türkisfarbenem Wasser zu einem wilden, sechs Kilometer langen Sandstrand unter einer Steilküste, und von dort zu Naturbecken, die so ruhig sind, dass sie wie für Kinder gemacht scheinen. Es gibt Postkartenstrände, an denen du dich nicht mehr wegbewegen musst, Windstrände für alle, die ein Board suchen, und raue Strände, um dem Atlantik ins Auge zu blicken. Wir zeigen dir die besten je nach Tagesform und am Ende, wie du deinen aussuchst und mit Köpfchen badest.

Goldene Buchten: die für die Postkarte

Das Juwel des Südens sind die Playas de Papagayo, eine Ansammlung von Buchten mit goldenem Sand und türkisfarbenem Wasser, eingebettet zwischen Steilküsten im Naturdenkmal Los Ajaches. Die berühmteste gibt der ganzen Gruppe ihren Namen, doch direkt daneben liegen die Playa de Mujeres und die Caleta del Congrio, versteckter und fast immer ruhiger. Das Wasser ist still, klar und vor der Dünung geschützt: mit das Beste, was man sich für ein langes Bad wünschen kann. Nur einen Schritt entfernt, im Ort Playa Blanca, hast du vollen Komfort: Playa Dorada und Playa Flamingo sind städtische Sandstrände, geschützt und flach, mit Promenade, Rettungsschwimmern und allem in Reichweite. Sie sind die sichere Wahl, wenn du kleine Kinder dabei hast oder in Flip-Flops vom Hotel herunterlaufen willst.

An der Touristenküste von Puerto del Carmen verbindet die Playa Grande ein leichtes Bad mit der lebhaftesten Promenade der Insel. Es ist nicht der wildeste oder schönste Strand, aber er erfüllt seinen Zweck, wenn du Sand, Terrassen und Service ohne Umstände willst.

Sand und Lava: der echte Norden

Wenn du das echte Lanzarote willst, fahr in den Norden. Nahe dem Fischerdorf Órzola, im Lavafeld, das der Vulkan La Corona hinterließ, liegt Caletón Blanco: eine Abfolge von Naturbecken mit türkisfarbenem Wasser zwischen Zungen aus schwarzer Lava und sehr hellem Sand. Der Kontrast aus Weiß, Schwarz und Blau gehört zu den meistfotografierten Landschaften der Insel, und weil das Wasser geschützt und flach bleibt, ist es ein idealer Ort für ein ruhiges Bad und für die Kleinsten. Ein Detail macht den Unterschied: Sein Anblick verändert sich stark mit den Gezeiten. Bei Flut füllen sich die Becken mit klarem, mildem Wasser, perfekt zum Baden; bei sehr niedriger Ebbe zieht sich das Wasser zurück und es bleiben vor allem feuchter Sand und Vulkangestein, also schau vor der Fahrt in die Gezeitentabellen. An eben dieser Nordküste reihst du mehrere kleine Buchten derselben Art aneinander, fast alle ruhig, wenn das Meer nicht stark anläuft.

Ein Tipp von Einheimischen: Auch wenn die Becken im Norden zahm wirken, sind sie zum Atlantik hin offen. Bei Grunddünung oder Seegang strömt das Wasser mit Kraft in die Becken hinein und wieder heraus. Wenn es kräftig bricht, schaust und genießt du vom Ufer aus.

Wilde Strände: zum Durchatmen

Der beeindruckendste ist Playa de Famara, ein über sechs Kilometer langer Sandstrand am Fuß des mächtigen Risco de Famara, der Steilküste, die den Nordwesten der Insel abschließt. Er ist pures Wind, Wellen und Weite: das Paradies fürs Surfen und Windsurfen und einer der Orte, die César Manrique prägten, der mit dem Blick auf diesen Strand aufwuchs. Aber Achtung, hierher kommt man nicht für ein ruhiges Bad: Die Strömungen sind stark und die rote Flagge weht oft, sodass das Baden selbst bei scheinbar ruhigem Wasser gefährlich sein kann. Komm zum Spazieren, um die Sonne hinter der Insel La Graciosa untergehen zu sehen und, wenn du es kannst, um Wellen zu reiten. Um gefahrlos ins Wasser zu gehen, hältst du dich besser an die geschützten Buchten.

Für die Windliebhaber

Lanzarote ist Passatwind-Land, und das merkt man im Wasser. Neben Famara ist das Epizentrum die Playa de las Cucharas in Costa Teguise: der Referenzstrand des Windsurfens auf der Insel, mit Schulen für Anfänger und internationalen Wettkämpfen auf höchstem Niveau im Rücken. Die Ost- und Südküste vereinen weitere offene, windige Abschnitte, an denen Segel und Board fast das ganze Jahr regieren. Selbst wenn du auf nichts steigst, ist es ein Schauspiel für sich, den Kites und Segeln zuzusehen, wie sie mit voller Geschwindigkeit übers Wasser ziehen, und ein guter Vorwand für ein kühles Bier am Strand, während der Wind den Rest erledigt.

Wusstest du? Papagayo ist kein gewöhnlicher Strand: Er gehört zum Naturdenkmal Los Ajaches, einem Schutzgebiet, und deshalb ist die Zufahrt mit dem Auto reglementiert. Man fährt über eine Schotterpiste von Playa Blanca hinein und zahlt in der Hochsaison eine kleine Gebühr pro Fahrzeug (etwa 3 Euro, nur mit Karte) an einem Kontrollhäuschen. Die Parkplätze sind begrenzt und schnell voll, deshalb fahren die Einheimischen früh. Zu Fuß oder mit dem Rad ist der Eintritt frei: Es sind etwa fünfeinhalb Kilometer Piste vom Ort aus.

So wählst du deinen Strand (und ein paar Tipps)

  • Süden oder Norden. Der Süden (Papagayo, Playa Blanca, Puerto del Carmen) ist trockener, sonniger und hat ruhigeres Wasser: die sichere Wahl zum Baden und für den Ausflug mit Kindern. Der Norden ist rauer und spektakulärer, mit Famara, den Becken von Caletón Blanco und diesem vulkanischen Flair, das es sonst nirgends gibt. Wenn der Süden voll ist, atmet der Norden fast immer freier.

  • Papagayo, mit Haken. Für die Buchten von Papagayo fahr früh: Der Parkplatz ist klein, die Gebühr zahlst du nur mit Karte (kein Bargeld) und die Schotterpiste verstopft am späten Vormittag. Achtung mit dem Mietwagen: Fast alle kanarischen Firmen schließen unbefestigte Wege von der Versicherung aus, wenn du also auf dieser Piste einen Platten oder einen Schaden am Unterboden hast, geht die Reparatur auf deine Kosten; fahr sehr langsam. Eine gute Alternative ist, das Auto in Playa Blanca zu lassen und den Küstenpfad zu gehen, der neben dem Castillo de las Coloradas beginnt. Nimm Wasser und Essen mit, denn die Infrastruktur ist minimal.

  • Famara, mit Respekt. Er zählt zu den schönsten Stränden der Kanaren, ist aber nichts für ein ruhiges Bad. Starke Strömungen und häufige rote Flagge: Hier spaziert man, surft man und schaut aufs Meer, man schwimmt nicht wild drauflos.

  • Anfahrt. Mit dem Auto erreichst du alle. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kannst du Linien und Fahrpläne der Buslinien auf der offiziellen Website von Intercity Lanzarote (Arrecife Bus) nachsehen, die Arrecife mit Playa Blanca, Puerto del Carmen und dem Norden verbindet.

  • Schau vor der Abfahrt. Viele dieser Gegenden haben eine Livekamera: Ein kurzer Blick verrät dir, wie Meer, Wind und Andrang sind, bevor du ins Auto steigst. Playa Blanca zum Beispiel siehst du auf Live-Webcam-Portalen.

  • Sicherheit. Der kanarische Atlantik ist nicht das Mittelmeer. An den offenen Stränden im Norden und Westen können Strömungen und Wellengang stark sein. Achte immer auf die Flaggen und bleib im Zweifel dort, wo es flach ist. Ausführlich erklären wir das in unserem Ratgeber zu Strömungen und Brandungsrückstrom auf den Kanaren.

Auf islas24 findest du jeden dieser Strände mit Lage, Anfahrt und Angebot, damit du deinen je nach Tag aussuchst. Goldene Bucht oder Lavabecken, ruhig oder wild: Auf Lanzarote gibt es fast immer einen anderen Strand weniger als eine halbe Stunde von dir entfernt. Du musst nur entscheiden, worauf du Lust hast.

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