Der Zauber und die Gefahren des Atlantiks an den Küsten der Kanaren
i24Esther1. November 2025

Der Zauber und die Gefahren des Atlantiks an den Küsten der Kanaren

Wenn wir an die Kanarischen Inseln denken, kommen den meisten von uns der ewige Frühling, die Sonne und die beeindruckenden Vulkanlandschaften in den Sinn. Der wahre Reiz des Archipels liegt jedoch in dem majestätischen Atlantik, der es umgibt. Dieser Ozean birgt aber ernste Gefahren, und über die Rückströmungen auf den Kanaren Bescheid zu wissen ist entscheidend, um die Strände in völliger Sicherheit zu genießen.

Die kühle Quelle des "ewigen Frühlings": Wissenswertes über den Ozean

Die Kanarischen Inseln liegen nahe der Nordwestküste Afrikas, und doch ist ihr Klima überraschend angenehm und nie zu heiß. Einer der Schlüssel ist der kühle Kanarenstrom, der die Küsten umspült. Ihm ist es zu verdanken, dass die Wassertemperatur selbst in den wärmsten Sommermonaten kaum über 23-24 °C steigt und im Winter bei etwa 18 °C bleibt, sodass man das ganze Jahr über baden kann.

Der vulkanische Ursprung der Inseln macht ihre Küste ebenfalls einzigartig. Neben den üblichen goldenen Sandstränden findet man vielerorts spektakuläre Küsten aus schwarzem Vulkansand. Die Meereswelt des Ozeans ist außerordentlich reich; Delfine und Wale sind in diesen Gewässern ein häufiger Anblick, was Bootsausflüge zu einem Schauspiel macht, das man kaum vergisst.

Baden im Ozean: mehr als nur ein kurzes Bad

Im Ozean zu schwimmen ist ein völlig anderes Erlebnis als in einem See oder einem Schwimmbad. Das ständig bewegte Wasser und die Kraft der Wellen erfüllen dich mit Energie, doch Vorsicht ist entscheidend. Bevor du hineingehst, wähle den Strand gut aus: Unter Die schönsten Strände Teneriffas findest du Optionen für jedes Niveau, mit Hinweisen, welche davon bewacht sind. Der Tidenhub ist auf den Kanaren beachtlich, mit Schwankungen des Wasserstands, die zwei Meter erreichen können und die Küste und die Strömungen erheblich verändern.

An den Stränden findest du oft ein Flaggensystem, das immer ernst genommen werden muss (mehr Details im Flaggensystem von Salvamento Marítimo):

  • Grüne Flagge: das Baden ist sicher und die Bedingungen sind gut.

  • Gelbe Flagge: Baden ist mit Vorsicht erlaubt. Weit hinauszuschwimmen wird nicht empfohlen; besser im flachen Wasser bleiben.

  • Rote Flagge: Baden verboten. Ins Wasser zu gehen ist gefährlich und lebensbedrohlich.

Die Meeresschwimmbecken: eine Alternative mit eigenen Regeln

Wenn die rote Flagge weht oder das Meer sehr aufgewühlt ist, verzichte nicht aufs Baden, aber wähle mit Bedacht. Gezeitenbecken, die durch Lavadämme geschützt und in manchen Fällen mit Beton verstärkt sind, sind die geschützteste Option: Bajamar und El Caletón (Garachico) auf Teneriffa oder das Charco Azul auf La Palma. Unter Die schönsten Meeresschwimmbecken und Naturpools Teneriffas findest du weitere Beispiele und wie du hinkommst.

Bei offenen natürlichen Meeresbecken muss man weit vorsichtiger sein, denn ihre Sicherheit hängt von den Gezeiten und vom Zustand des Meeres ab. Bei Flut sind sie gefährlicher: ein plötzlicher Wellenschlag kann in das Becken eindringen und dich in Sekunden gegen die Felsen ziehen. Bei Ebbe sind sie meist ruhiger, doch bei starker Grunddünung ist es ebenfalls unklug, hineinzugehen. Die Regel ist einfach: prüfe immer die Gezeitentabelle und den Zustand des Meeres, bevor du hineingehst. Im Norden der Inseln fasst man es so zusammen: bei schlechtem Meer wird das Becken angeschaut, nicht betreten.

Die unsichtbare Gefahr: die Rückströmung auf den Kanaren

Eine der größten Gefahren beim Baden im Ozean ist die Rückströmung. Es handelt sich um einen schmalen, aber kräftigen Wasserkanal, der vom Ufer aufs offene Meer hinausfließt. Er kann selbst die erfahrensten Schwimmer in Sekunden hinausziehen. Zu wissen, wie man Rückströmungen auf den Kanaren erkennt, kann Leben retten. Es ist entscheidend zu verstehen, dass dich eine Rückströmung nicht untertaucht, sondern von der Küste wegzieht.

Es hilft zu verstehen, warum sie so viel Angst macht: eine Rückströmung kann sich mit einem halben Meter bis über zwei Metern pro Sekunde bewegen, also schneller, als ein olympischer Schwimmer schwimmt. Deshalb ist der Versuch, sie mit Muskelkraft zu bezwingen, ein aussichtsloser Kampf. Bei Kindern muss die Vorsicht doppelt so groß sein: sie sollten immer dort schwimmen, wo sie stehen können, in der Nähe eines Erwachsenen und möglichst an Stränden mit Rettungsschwimmer. Ein Schwimmreifen ersetzt die Aufsicht nicht, denn auch er kann aufs offene Meer hinausgetrieben werden.

Wie erkennt man eine Rückströmung?

Auch wenn sie manchmal schwer zu erkennen ist, gibt es verräterische Anzeichen:

  • Eine Wasserzone, die entlang der Wellenlinie ruhiger oder flacher wirkt.

  • Ein Wasserkanal von anderer Farbe, oft trüber.

  • Eine Linie aus Schaum, Algen oder Treibgut, die sich aufs offene Meer hinausbewegt.

  • Eine aufgewühlte oder gekräuselte Wasserfläche zwischen den Wellen, die am Ufer brechen.

Was tun, wenn dich eine Rückströmung erfasst?

Das Wichtigste ist, ruhig zu bleiben. Panik ist dein schlimmster Feind. Bedenke, dass eine Rückströmung selten breiter als zehn Meter ist, sodass man ihr meist mit klarem Kopf entkommt, indem man zur Seite schwimmt.

  • GERATE NICHT IN PANIK! Versuche, ruhig zu bleiben und deine Kräfte zu schonen.

  • SCHWIMME NICHT GEGEN DIE STRÖMUNG AN! Das ist der häufigste und fatalste Fehler. Nicht einmal ein professioneller Schwimmer kann die Kraft der Strömung überwinden; er wird sich nur erschöpfen.

  • SCHWIMME PARALLEL ZUM UFER. Rückströmungen sind meist schmal. Versuche, parallel zur Küste zu schwimmen, bis du aus der Strömung heraus bist.

  • WENN DU DRAUSSEN BIST, SCHWIMME ZURÜCK ZUM UFER. Sobald du der Strömung entkommen bist, schwimme diagonal in Richtung Küste.

  • WENN DU NICHT ENTKOMMST, TREIBE. Wenn du dich erschöpft fühlst, lass dich treiben und halte dich über Wasser. Wenn ihre Kraft nachlässt, rufe um Hilfe, indem du mit den Armen winkst und rufst.

Kurz gesagt, was du jetzt sofort tust, wenn du erfasst wirst: kämpfe nicht gegen das Wasser an, schwimme parallel zum Ufer, treibe, wenn du müde wirst, und rufe um Hilfe. Vier Handgriffe, die man sich merken kann und die den Unterschied ausmachen. Präge sie dir ein, bevor du ins Meer gehst, und geh sie mit deiner Begleitung durch, vor allem mit den Kleinsten.

Baden bei roter Flagge: was das Gesetz sagt

Eine rote Flagge zu ignorieren gefährdet nicht nur dein Leben und das der Rettungskräfte; es kann auch teuer werden. Heute ergibt sich die Strafe für das Baden bei roter Flagge vor allem aus kommunalen Verordnungen, die in manchen Fällen Bußgelder von bis zu etwa 1.500 Euro erreichen, je nach Gemeinde.

Zudem gibt es auf den Kanaren bereits einen Präzedenzfall dafür, eine durch offensichtliche Fahrlässigkeit ausgelöste Rettung in Rechnung zu stellen: auf Grundlage der Ley 4/2012 wurden 4.172 Euro für eine Bergrettung berechnet, und eine Stunde Rettungshubschrauber kostet mehrere Tausend Euro. Der Gobierno de Canarias bringt ein neues Gesetz über das System des Zivilschutzes und der Notfälle auf den Weg, das ein Sanktionsmodell für Rettungen infolge offensichtlicher Fahrlässigkeit vorsieht, und hat das Baden bei roter Flagge als Beispiel angeführt. Dieses Gesetz ist noch nicht in Kraft, weist aber die Richtung: diese Berechnung auf Leichtsinn im Meer auszuweiten. Die praktische Schlussfolgerung ändert sich nicht. Respektiere die Flaggen und die Anweisungen der Rettungsschwimmer, zu deiner eigenen Sicherheit und zur Sicherheit derer, die dich retten müssten.

Die Küsten der Kanarischen Inseln bieten Momente, die dir im Gedächtnis bleiben, doch Sicherheit geht immer vor. Achte auf die Zeichen, höre auf die Rettungsschwimmer und unterschätze niemals die Kraft des Ozeans. Mehr dazu findest du in den Sicherheitsempfehlungen des Gobierno de Canarias. So wird dein Urlaub wirklich eine Zeit der Erholung und des Auftankens.

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