
Naturpools auf Gran Canaria und Lanzarote: wo, wann und wie du badest
Ein „Charco“ ist auf den Kanaren der Ort, an dem das Meer in die Lava hineinläuft, die Welle aber draußen bleibt. Auf Teneriffa und El Hierro haben wir sie schon abgeklappert, jetzt sind Gran Canaria und Lanzarote dran. Dort verhält sich dieselbe Lavaküste ganz anders: Manche Pools besuchst du am besten bei Flut, andere bei Ebbe.
Das hier ist kein Ranking. Wir schreiben auf, was die offiziellen Tourismusseiten zu den einzelnen Pools sagen: bei welchem Wasserstand es passt, ob es Treppen, Duschen und Rettungsschwimmer gibt und wo du ausdrücklich vorsichtig sein solltest.
Bevor du reingehst: fünf Dinge, die für jeden Charco gelten
Die Gezeiten entscheiden alles, und das Ideal ist von Pool zu Pool verschieden. Die offizielle Tourismusseite der Kanaren nennt für jeden Pool die empfohlene Tide: mal Ebbe, mal mittleren Wasserstand, mal fast Flut. Wir geben das unten für jeden Ort an. Die Gezeitentabelle findest du in jeder Seewetter-App.
Rettungsschwimmer gibt es meist nur im Sommer. An den meisten Pools ist die Badeaufsicht saisonal, an vielen gibt es überhaupt keine.
Bei hohen Wellen bleib weg von der Küste. Der Katastrophenschutz der Kanarischen Regierung bittet darum, bei ungewöhnlichem Seegang nicht ans Wasser zu gehen, auch wenn es gerade ruhig aussieht. Mehr zu den Küstenwarnungen liest du hier: Küstenwarnung auf den Kanaren.
Badeschuhe. Die Lava ist scharf, auf den Steinen sitzen oft Seeigel, und nasser, veralgter Fels ist sehr rutschig, die Treppen in die Pools eingeschlossen.
Im Notfall: 112. Zu Brandungsrückströmungen haben wir einen eigenen Artikel: Brandungsrückströmungen auf den Kanarischen Inseln.
Gran Canaria, die Nordküste
An der Nordküste Gran Canarias reihen sich die meisten Charcos aneinander. Die offizielle Seite meldet bei den meisten auch starken Wellengang: Der Pool kann ruhig daliegen, während hinter seiner Mauer hohe Wellen brechen.
Charco de San Lorenzo, Moya
Zwei große, von Menschenhand angelegte Becken in El Pagador; das größere misst rund 75 × 45 Meter. Es gibt Duschen, Umkleiden, Toiletten, Treppen, Parkplätze, Restaurants in der Nähe und an einem Teil des Ufers sogar Sand. Die offizielle Seite empfiehlt Ebbe, markiert den Ort als kinderfreundlich, warnt aber vor starkem Wellengang. Rettungsschwimmer sind nicht angegeben. Zum Eintrag.
Los Charcones, Arucas (Bañaderos)
Ein großer Doppelpool neben El Puertillo mit einer umlaufenden Mauer, auf der du bei Ebbe sogar spazieren kannst. Blaue Flagge 2026: Er ist der einzige Naturpool auf Gran Canaria, der sie dieses Jahr bekommen hat. Es gibt Parkplätze, Sonnenterrasse, Duschen, einen Kinderbereich und Restaurants in der Nähe. Empfohlene Tide: mittel. Rettungsschwimmer nur im Sommer. Zum Eintrag.
El Agujero, Gáldar
Drei Naturpools, einer davon zum Meer hin offen. Laut offizieller Seite ist El Agujero der Naturpool, den die Einheimischen am häufigsten besuchen. Direkt daneben liegt die archäologische Stätte La Guancha-El Agujero-Bocabarranco. Es gibt Parkplätze, Sonnenterrasse und Toiletten, aber keine Badeaufsicht, und die offizielle Seite meldet starken Wellengang. Empfohlene Tide: mittel. Zum Eintrag.
Roque Prieto, Santa María de Guía
Zwei von Menschenhand umgestaltete Becken: Manche Stellen sind sehr flach, anderswo ist das Wasser drei Meter tief. Es gibt eine breite Sonnenterrasse und ein Geländer, vom Parkplatz sind es ein paar Minuten zu Fuß, sonst aber kaum Service. Empfohlene Tide: mittel. Rettungsschwimmer nur im Sommer. Die Gemeinde hat den Pool schon einmal vorübergehend gesperrt (im Februar 2024 wegen eines Rohrbruchs), prüf also vorher, ob er offen ist. Zum Eintrag.
Las Salinas, Agaete (Puerto de las Nieves)
Drei Becken im Fischerhafen Puerto de las Nieves, untereinander durch Lavaröhren verbunden. Betonpfeiler dämpfen die Wellen. Vom Ort aus kommst du leicht hinunter (über die Calle El Muelle), es gibt Parkplätze, Sonnenterrasse und öffentliche Toiletten. Empfohlene Tide: mittel. Rettungsschwimmer nur im Sommer, die offizielle Seite meldet Wind und mäßigen Wellengang. Zum Eintrag.
Gran Canaria, die Hauptstadt und die Ostküste
Piscinas de La Laja, Las Palmas de Gran Canaria
Ein städtisches Bad an der südlichen Einfahrt in die Hauptstadt, direkt an der Strandpromenade. Es gibt drei Becken: ein halbmondförmiges Kinderbecken, ein 50 Meter langes Sportbecken und ein Familienbecken. Rettungsschwimmer und Toiletten gibt es saisonal. Wichtig: Am Strand von La Laja herrschen starke Strömungen, außerhalb der Becken ist also besondere Vorsicht angesagt. Zum Eintrag.
Soco Negro, Arinaga (Agüimes)
Ein familiärer Badeplatz in Arinaga, an einem vor dem Atlantik geschützten Abschnitt. Die Strandliste der Gemeinde führt ihn auch als 166 Meter langen Strand mit dunklem Sand. Die Gemeinde unterhält an der Avenida del Soco Negro Holzplattformen, Geländer und öffentliche Toiletten, die Strandaufsicht ist in der Karwoche und im Sommer im Einsatz. Ein Missverständnis räumen wir gleich aus: In Arinaga hat der Strand die Blaue Flagge bekommen, nicht Soco Negro. Zum Eintrag.
Lanzarote, die Nordostküste
An der Nordostküste Lanzarotes liegen die bekanntesten Charcos. Eine Blaue Flagge hat 2026 keiner der Naturpools auf Lanzarote bekommen.
Charco del Palo, Haría
Drei ausgewiesene Badebereiche: zwei Becken, die sich mit den Gezeiten füllen und leeren, und ein drittes, von dem aus du aufs offene Meer hinausschwimmen kannst. Die Tourismusseite der Insel bittet ausdrücklich darum, nur in diesen Bereichen zu baden, weil das Meer außerhalb nicht mehr freundlich ist. Es gibt gepflasterte Sonnenterrassen, halbmondförmige Steinmauern schützen vor dem Wind. Seit den 1970er Jahren ist das hier Lanzarotes erste FKK-Gemeinschaft: Baden ohne Kleidung ist hier üblich. Zum Eintrag.
Punta Mujeres, Haría
Zwei Kilometer Küste mit mehreren Becken; zwei davon sind gut vor dem offenen Meer geschützt, dazu kommt ein geschlossenes Becken für Kinder. Über Metalltreppen geht es ins Wasser, von Menschenhand stammen nur die Treppen und die Liegeflächen. In der Nähe der Boote ist das Ufer exponierter, dort sind die Wellen stärker. Empfohlene Tide: mittel. Die Dorfbar liegt gleich nebenan. Zum Eintrag.
Caletón Blanco, Órzola
Weißer Sand und schwarze Lava: Der Sand ist organischen Ursprungs, die Lava stammt vom Vulkan La Corona und ist rund 20.000 Jahre alt. Einen Teil der kleinen Buchten füllt ein Naturpool mit glasklarem Wasser; manche Stellen sind im Schutz der Felsen auch für Kinder gut, andere tiefer. Laut offizieller Seite kommst du am besten bei fast voller Flut. Es gibt Parkplätze, aber keine Rettungsschwimmer, und laut Cabildo ist hier viel los. Zum Eintrag.
Lanzarote, die Südküste
Los Charcones, Yaiza
Eine Kette von Becken entlang der Küste, vom Leuchtturm Pechiguera aus auf rund 2 km Länge, fünf Autominuten von Playa Blanca. Es gibt tiefe und flache Stellen, das Meer tauscht das Wasser ständig aus. Das ist der spektakulärste und zugleich der exponierteste Ort in diesem Artikel: keine Badeaufsicht, und die offizielle Seite warnt ausdrücklich, dass es gefährlich ist, sich der Küste zu nähern, vor allem an Tagen mit Wellengang. Empfohlene Tide: Ebbe. Wenn du beim Zustand des Meeres irgendwelche Zweifel hast, komm nicht hierher. Laut Karte endet der Asphalt an der Wohnanlage Faro Park, ab dort führen Schotterpiste und Pfad zu den Pools: Wenn du mit dem Mietwagen kommst, wirf einen Blick in deinen Mietvertrag, denn bei vielen Vermietern deckt die Versicherung keine Schäden auf unbefestigten Wegen ab. Zum Eintrag.
Zum Schluss Süßwasser: Charco Azul, El Risco (Agaete)
Kein Meerespool, sondern ein natürliches Becken in einer Schlucht, in das den größten Teil des Jahres ein Wasserfall von Tamadaba und Tirma herabstürzt. Von El Risco aus führt ein Spaziergang von etwa 30 Minuten und rund 3 km hierher. Laut Tourismusseite der Insel ist es von Januar bis Mai am schönsten; im Sommer ist wegen der Hitze Vorsicht geboten, und wenn kein Wasser fließt, solltest du besser nicht baden. Zum Eintrag.
Schnell gewählt
Mit kleinen Kindern: das Kinderbecken von La Laja, das geschlossene Becken in Punta Mujeres, Los Charcones (im Sommer mit Rettungsschwimmer).
Wenn du Rettungsschwimmer willst: im Sommer Los Charcones, Roque Prieto, Las Salinas und La Laja.
Wenn du schwimmen willst: das 50 Meter lange Becken von La Laja, bei ruhiger See außerdem der zum offenen Meer hin offene Bereich am Charco del Palo.
Nur für Erfahrene, bei ruhigem Wetter: Los Charcones (Yaiza).
Wenn du auf Teneriffa oder El Hierro unterwegs bist, haben wir die Charcos dort ebenfalls gesammelt: Die schönsten Charcos und Naturpools auf Teneriffa und Strände und Naturpools auf El Hierro. Lieber Sand? Dann schau hier: Die schönsten Strände auf Gran Canaria und Die schönsten Strände auf Lanzarote.
Hinweis: Die Services (Rettungsschwimmer, Toiletten) sind saisonal und können sich ändern, einzelne Pools werden auch mal wegen Wartungsarbeiten gesperrt. Check vor dem Losfahren den Zustand des Meeres und die Küstenwarnungen.
Quellen: Hola Islas Canarias (die offizielle Tourismusseite der Kanarischen Inseln), Einträge zu den einzelnen Pools und die Seite Sicher baden; Gran Canaria Turismo (grancanaria.com); LPA Visit (Las Palmas de Gran Canaria); Gemeinde Agüimes (aguimes.es); Gemeinde Santa María de Guía; Turismo Lanzarote und die Tourismusplattform des Cabildo de Lanzarote; offizielle Liste der Blauen Flagge 2026 (ADEAC); Gobierno de Canarias, Katastrophenschutz: Tipps bei Küstenphänomenen.
Titelbild: Las Salinas, Agaete. Grgor12, CC0, über Wikimedia Commons.