
Die schönsten Charcos und Naturpools auf Teneriffa
Wenn die Hitze drückt und die Mittagssonne keine Pause gönnt, haben die Menschen auf Teneriffa einen Plan, der nie versagt: die Charcos. Diese Naturpools, entstanden dort, wo Lava auf das Meer traf, bieten ein ruhiges Bad in kristallklarem Wasser, genau dort, wo der offene Ozean mit Wucht bricht. Sie sind die einheimische Alternative zu den vollsten Stränden, und im Sommer werden sie zum besten Rückzugsort für die ganze Familie. Hier ist ein Guide zu den schönsten Charcos Teneriffas, Region für Region, mit den praktischen Tipps, die den Unterschied zwischen einem perfekten Bad und einem Schrecken ausmachen.
Was ist ein Charco (und warum er der perfekte Sommerplan ist)
Ein Charco ist ein Naturpool vulkanischen Ursprungs: Das Lavagestein bildet eine Barriere, die das Meerwasser hält und vor der Brandung schützt. Das Ergebnis ist eine ruhige, oft türkisfarbene Wasserfläche, in der man entspannt schwimmen kann, selbst wenn das offene Meer bewegt ist. Im Norden der Insel, wo schwarze Felsküste vorherrscht und Sand rar ist, sind die Charcos die authentischste Art zu baden. Anders als am Strand gibt es hier bei ruhiger See weder Sog noch starke Strömungen, und fast alle sind kostenlos und frei zugänglich: nur du, der Fels und das Wasser. Insider-Tipp: Unter der Woche und früh am Morgen hast du sie fast für dich allein; an den Juli- und August-Wochenenden füllen sie sich schnell.
Schon gewusst? Wer auf den nassen Fels eines Charcos achtet, sieht rötliche Krabben in vollem Tempo umherflitzen: die Maurische Felsenkrabbe (Grapsus adscensionis). Sie sind blitzschnell, haften an senkrechtem Stein wie angeklebt und können sogar ein verlorenes Bein nachwachsen lassen. Außerdem erfüllen sie eine wichtige Aufgabe, indem sie die Küste von Algen und Resten säubern. Harmlos und faszinierend zu beobachten, besonders für die Kleinsten.
Die schönsten Charcos im Norden Teneriffas
Der Norden ist das Reich der Charcos. Die Vulkanküste und das raue Meer des Nordwestens haben einige der schönsten Naturpools des Archipels geformt.
Charco de La Laja (San Juan de la Rambla)
Einer der meistfotografierten Charcos Teneriffas, und das zu Recht. Am Charco de La Laja in San Juan de la Rambla strömt das Meer zwischen dem dunklen Fels herein und bildet ein Becken mit klarem Wasser, während die Wellen direkt dahinter brechen. Er ist klein und bescheiden, ohne große Einrichtungen, aber sein maritimes Bild vergisst man nicht so leicht, vor allem bei Sonnenuntergang.
Charco del Viento (La Guancha)
Am Charco del Viento in La Guancha treffen schwarzer Vulkansand und ein geschützter Naturpool aufeinander. Ein Winkel, den viele Besucher nicht kennen und den die Einheimischen fast wie ein Geheimnis hüten. Zufahrt über eine Piste; bequemes Schuhwerk empfohlen.
El Caletón de Garachico
Unmöglich, über Teneriffas Charcos zu sprechen, ohne El Caletón im hübschen Städtchen Garachico zu nennen. Diese Naturpools entstanden aus der Lava des Ausbruchs von 1706 und sind heute ein natürliches Meerbad mit Treppen und barrierearmem Zugang, mitten im historischen Ortskern. Ein Bad hier mit einem Spaziergang durch Garachico zu verbinden gehört zu den besten Plänen des Nordens.
Charco Los Chochos (Buenavista del Norte)
Wilder und abgelegener belohnt der Charco Los Chochos in Buenavista del Norte alle, die Ruhe mit Blick auf das Teno-Gebirge suchen. Erwarte keine Einrichtungen: Hierher kommt man wegen der Natur in ihrem reinsten Zustand. Prüfe immer den Zustand des Meeres, bevor du hinabsteigst.
Bajamar und Punta del Hidalgo
Im Nordosten, neben den Anaga-Bergen, haben Bajamar und Punta del Hidalgo ausgebaute Naturpools mit Mauern, die sie vor der Brandung schützen, und Sonnenterrassen. Sie sind perfekt für Familien und gehören zu den wenigen im Norden mit Services in der Nähe. Tacoronte bietet zudem Ecken wie Mesa del Mar und El Pris für alle, die weiter erkunden möchten.
Und im Süden Teneriffas?
Der Süden ist eher Land der Sandstrände als der Charcos: Hier regieren Sonne, ruhiges Meer und goldener oder schwarzer Sand. Dennoch gibt es Ausnahmen wie die Piscinas Naturales Los Abrigos in Granadilla de Abona, einem Fischerdorf mit Naturpools und einem Ruf für guten frischen Fisch. Wenn dein Plan der Süden ist, interessiert dich vielleicht eher unser Guide zu den schönsten Stränden Teneriffas.
Praktische Tipps für die Charcos
Ein Charco ist sicher und ruhig… wenn du den richtigen Moment wählst. Diese Tipps ersparen dir Ärger:
Achte auf die Gezeiten. Das ist das Wichtigste. Bei Ebbe oder mittlerem Wasserstand ist der Charco geschützt und ruhig; bei Flut und Dünung können die Wellen mit Wucht hereinbrechen und gefährlich werden. Sieh dir vor dem Ausflug die Gezeitentabelle des Tages an.
Prüfe den Zustand des Meeres. Die Nordküste ist rauer als der Süden. Bei Küstenwarnung oder starkem Wellengang verschiebe den Charco auf einen anderen Tag. Die Seewettervorhersage von AEMET zeigt es dir auf einen Blick.
Nimm Badeschuhe mit. Vulkangestein ist rutschig, und manchmal gibt es Seeigel. Badeschuhe retten dir das Bad.
Anfahrt. Viele Charcos erreicht man mit dem Auto über Pisten, und die Parkplätze füllen sich im Sommer früh; brich zeitig auf. Das Busnetz von TITSA verbindet die wichtigsten Orte des Nordens.
Wähle die richtige Uhrzeit. Früh am Morgen oder am späten Nachmittag entgehst du den Menschenmengen und der stärksten Sonne. Bei den jüngsten Hitzewellen: viel trinken und die Mittagszeit meiden (12 bis 17 Uhr).
Schone die Umgebung. Verwende riff-freundliche Sonnencreme, lass keinen Müll zurück und respektiere die Tierwelt der Becken: Es sind empfindliche Ökosysteme.
Wann hinfahren? Die Charcos kann man das ganze Jahr über genießen, aber der Sommer ist ihre beste Zeit: Das Meer im Norden ist meist ruhiger, und das milde Wasser lädt zum Baden ein. Im Winter können Nordwest-Dünungen sie tagelang unzugänglich machen, in der Wellensaison lohnt sich also ein Plan B. Und mit Kindern wähle die ausgebauten (Bajamar, Punta del Hidalgo oder El Caletón), mit Mauern, Treppen und flacheren Bereichen.
Die Küste, wenn der Berg ruht
Im Hochsommer, wenn die Hitze drückt und die Bergwege wegen Brandgefahr oft gesperrt sind, ist die Küste der beste Plan Teneriffas. Und unter all ihren Möglichkeiten haben die Charcos etwas Besonderes: die Ruhe eines Pools mit der Kraft des Atlantiks einen Schritt entfernt. Wähle den Tag gut, respektiere das Meer und genieße. Du willst mehr Ideen für die Insel? Wirf einen Blick in unsere Teneriffa-Agenda und die Guides von islas24.





