
Bauernmärkte auf Teneriffa: welcher Markt an welchem Tag öffnet
Das Schwierigste an einem Markt ist nicht herauszufinden, wo er ist. Sondern an welchem Tag er öffnet.
Die Adresse gibt dir jede Karte. Der Tag steht dagegen meist auf einem Aushang der Gemeinde, in einer drei Jahre alten Meldung oder nirgends. Und genau dieser Tag entscheidet, ob dich am Samstagmorgen hundert Stände erwarten oder ein leerer Parkplatz.
Dieser Artikel bringt diese Angabe für Teneriffa an einen Ort.
Vorweg ein Hinweis, der dieses Wochenende betrifft: der Markt von Ravelo in El Sauzal öffnet normalerweise freitags, samstags und sonntags, vom 4. Juli bis zum 7. September aber nur sonntags, von 8:00 bis 14:00 Uhr. Es steht auf der Website der Gemeinde und sonst fast nirgends. Wer im August an einem Samstag hinfährt, steht vor geschlossenen Ständen.
Bauernmarkt und Flohmarkt sind nicht dasselbe
Die Begriffe werden durcheinandergeworfen. Zu Unrecht.
Auf einem mercadillo del agricultor verkauft der, der es erzeugt hat. Obst, Gemüse, Eier, Käse, Honig, Wein, Gebackenes, oft auch Handwerk aus der Gegend. Die Stände betreiben Bäuerinnen und Bauern aus der Gemeinde oder der Comarca selbst, und genau das ist die Bedingung für einen Platz. Deshalb wechselt das Angebot mit dem Jahr, und deshalb gleicht kein Markt dem anderen.
Ein rastro ist ein Flohmarkt: Kleidung, Werkzeug, Platten, Gebrauchtes, manchmal Handwerk. Die bekanntesten auf den Kanaren sind der Rastro von Las Palmas, der Rastro von Guaza im Süden Teneriffas und der Rastro von Argual auf La Palma. Wenn du wegen des Essens der Insel kommst, bist du dort falsch.
Und es gibt ein Drittes, das ebenfalls verwechselt wird: die Markthalle, ein festes Gebäude mit ständigen Ständen, fast die ganze Woche geöffnet. So funktionieren der Mercado de Nuestra Señora de África in Santa Cruz und der Mercado del Puerto in Las Palmas.
Welcher Markt an welchem Tag öffnet
Die folgenden Zeiten stammen aus dem Verzeichnis des Servicio Técnico de Agricultura y Desarrollo Rural des Cabildo de Teneriffa. Im Eintrag jedes Marktes findest du die genaue Adresse, die Telefonnummer und die Karte.
Montag
Guía de Isora, Alcalá — 8:00 bis 13:00 Uhr, gegenüber der Plaza del Llano
Dienstag
La Laguna — 6:00 bis 14:00 Uhr. Der früheste Markt der Insel
Mittwoch
Candelaria — 8:00 bis 14:00 Uhr
San Miguel de Abona — 8:00 bis 14:00 Uhr
Guía de Isora, Playa de San Juan — 8:00 bis 13:00 Uhr
Donnerstag
La Laguna — 6:00 bis 14:00 Uhr
Arafo — 7:30 bis 12:00 Uhr. Kurzes Fenster: mittags ist bereits abgebaut
Güímar, Puertito — 16:00 bis 20:00 Uhr an der Avenida de Los Pescadores. Der einzige Nachmittagsmarkt der Insel
Freitag
Ravelo, El Sauzal — 8:00 bis 15:00 Uhr, außer vom 4. Juli bis 7. September
Arona, Valle San Lorenzo — 8:00 bis 14:00 Uhr
El Rosario, Mercadillo Agrícola — 9:00 bis 14:00 Uhr
Samstag
Der große Tag. Unter anderem öffnen:
Tacoronte — über hundert Stände, seit 1981 in Betrieb
La Matanza de Acentejo — 8:00 bis 15:00 Uhr, mit Wein und Handwerk
Santa Úrsula — 8:00 bis 14:00 Uhr
La Orotava — 8:00 bis 13:30 Uhr
Granadilla de Abona — 7:00 bis 14:30 Uhr, das breiteste Zeitfenster der Insel
Adeje — 8:00 bis 13:30 Uhr
La Guancha, Fasnia und Buenavista del Norte (dieser 8:30 bis 14:00 Uhr)
Sonntag
Fast alle Samstagsmärkte öffnen erneut, dazu kommen die, die nur an diesem Tag stattfinden:
Garachico, Mercado del Sector Primario — 8:00 bis 14:00 Uhr auf der Plaza de la Libertad, mitten in der Altstadt
Arico de Abona — 7:00 bis 13:00 Uhr
Güímar, Plaza de San Pedro — 7:00 bis 13:30 Uhr
El Palmar, Buenavista del Norte — 9:30 bis 13:30 Uhr
Los Silos — 8:00 bis 14:00 Uhr
Ravelo — 8:00 bis 14:00 Uhr, auch im Sommer
Die vollständige Liste mit den Einträgen zu allen 58 Märkten der Inseln findest du unter Märkte auf den Kanaren und im Verzeichnis der Märkte auf Teneriffa.
Zwei Kalenderfallen
Güímar hat zwei Märkte, und es ist nicht derselbe. Der in Puertito ist ein Nachmittagsmarkt, donnerstags, an der Avenida de Los Pescadores. Der an der Plaza de San Pedro ist ein Vormittagsmarkt, sonntags, oben im Ort. Dieselbe Comarca, zwei Tage, zwei Orte.
Bei Guía de Isora ist es genauso. Alcalá montags, Playa de San Juan mittwochs. Wer nach „Markt Guía de Isora" sucht und den falschen Tag erwischt, findet den Ort geöffnet und den Markt nicht.
Was du kaufen kannst
Was einen Bauernmarkt vom Supermarkt unterscheidet, ist nicht der Preis. Es ist, dass die Ware nicht gereist ist.
Kartoffeln der Insel, in Sorten, die dir sonst nirgends begegnen. Tomaten, Avocado, Bananen aus der Gegend. Ziegenkäse, frisch oder gereift, oft aus genau der Comarca, in der du gerade stehst. Honig, je nach Blüte. Hauswein in den Weinbaugebieten des Nordens, um Tacoronte und La Matanza. Selbstgebackenes und Gofio.
Im Sommer kommen Feigen und Trauben dazu. Der beste Maßstab ist aber keine Liste, sondern die Frage am Stand, was diese Woche geerntet wurde. Man sagt es dir, und das ist schon der halbe Grund hinzugehen.
Wenn dich das Essen der Insel interessiert, geht es hier weiter: was man auf Teneriffa isst, Hausmannskost auf jeder Insel und die Guachinches auf Teneriffa nach Gebieten. Und wenn du sehen willst, wo die Ware herkommt, führt dich der Ökotourismus auf den Kanaren zu den Fincas und Bodegas, die man besuchen kann.
So gehst du hin, ohne dich zu vertun
Bargeld. Viele Stände nehmen Karte, aber nicht alle, und der, der es nicht tut, ist meist der kleine Erzeuger, wegen dem du gekommen bist. Kleine Scheine.
Früh. Das ist keine Floskel. Bei den Märkten, die um sechs oder sieben öffnen, ist das Gute und das Knappe in den ersten zwei Stunden weg. Am späten Vormittag gibt es noch einen Markt, aber nicht mehr denselben.
Eigene Tasche. Spart Plastik und erspart dir das Jonglieren mit fünf dünnen Tüten.
Der Parkplatz ist der Engpass. Auf den großen Märkten kostet dich Kreisen um zehn Uhr samstags mehr Zeit als der Einkauf. Früher da sein löst es von selbst.
Prüfe den Tag, bevor du losfährst. Zeiten ändern sich: wegen des Sommers, wegen der Fiestas der Gemeinde, wegen Bauarbeiten. Im Eintrag jedes Marktes stehen Telefonnummer und Website, sofern vorhanden. Eine Minute am Telefon ist mehr wert als eine Fahrt in den Norden.
Auf den anderen Inseln
Teneriffa hat das dichteste Netz, aber nicht das einzige. Erfasst sind die Märkte von Gran Canaria, Lanzarote, Fuerteventura und La Palma, mit Namen, die für sich schon ein Ausflug sind: Teror sonntags, Vega de San Mateo, Haría oder Villa de Mazo.
Samstags um acht auf einen Bauernmarkt zu gehen ist kein Einkauf. Es ist der schnellste Weg zu verstehen, was dort wächst, wo du gerade bist, wer es anbaut und was hier wirklich gegessen wird. Die Tasche, die du mit nach Hause nimmst, ist dabei das Wenigste.
Titelbild: Jose Mesa, CC BY 2.0, über Wikimedia Commons.


