Iglesia de Nuestra Señora de la Regla
Kirche aus dem 17. Jahrhundert im Zentrum von Pájara, gegenüber dem Rathaus, berühmt für ihr steinernes Portal mit Schlangen, Sonnen, Vögeln und Federkopfschmuck. Das Bildprogramm wird seit jeher mit aztekischer Kunst in Verbindung gebracht, der Streit darüber ist bis heute offen. Der Bau steht als Kulturdenkmal unter Schutz und gilt als Höhepunkt des Inselinneren.

Die Kirche Nuestra Señora de la Regla beherrscht den Ortskern von Pájara gegenüber dem Rathaus und besitzt das meistdiskutierte Steinportal des Archipels. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts aus kupferfarbenem Werkstein gehauen, zeigt sie eine dichte Folge geometrischer Formen, Schlangen, Sonnen und einen Mond, Menschenköpfe mit Federschmuck, Vögel, Löwen und Herzen mit Schlüsseln. Dieses Repertoire wird traditionell der aztekischen Kunst zugeschrieben, andere Fachleute lesen darin christliche Allegorie nach europäischer Ikonologie. Der Bau begann als Einsiedelei, erhielt 1708 Pfarrrang und wurde 1711 geweiht; um 1735 entstand bereits das zweite Kirchenschiff. Im Inneren trennen Trommelsäulen aus Werkstein und Rundbögen die beiden Schiffe, jedes mit eigener Sakristei, unter einem vierseitigen Ziegeldach.
Erhalten sind im Inneren die Altaraufsätze der Virgen de la Regla und der Dolorosa, Ölgemälde, ein gemeißeltes Taufbecken, eine vergoldete Holzkanzel und liturgisches Silber; das Ensemble steht durch das Dekret 88/2006 als Baudenkmal unter Schutz. Die Anfahrt führt durch das Inselinnere über die FV-605 und die FV-30, mitten durch die Dörfer des majorerischen Zentrums, Parkplätze finden sich in den umliegenden Straßen. Es handelt sich um eine aktive Pfarrei, der Besuch verlangt also Ruhe und Rücksicht auf Gottesdienste. Das Portal fotografiert sich am besten bei Streiflicht, wenn das Relief an Tiefe gewinnt, und es lohnt langes Hinsehen: Jeder Abschnitt erzählt etwas anderes.
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