Casa Fuerte de Adeje
Befestigte Anlage aus dem 16. Jahrhundert in der Altstadt von Adeje, von der Familie Ponte zum Schutz ihrer Zuckermühle errichtet. Ein Brand legte sie 1902 in Trümmer, doch Turm, Torbau und ein großer Teil der Umfassung stehen noch. Der südöstliche Bereich ist saniert und dienstags, mittwochs, donnerstags und samstags vormittags bei freiem Eintritt zu besichtigen.

Die Casa Fuerte ist eine befestigte Anlage aus dem 16. Jahrhundert, die die Familie Ponte in Adeje zum Schutz ihrer Zuckermühle errichtete. Pedro de Ponte beantragte 1553 die Erlaubnis und erhielt sie durch königliche Urkunde, ausgestellt am 2. Mai 1555 in Valladolid; 1556 war der Bau vollendet. Es war nicht nur ein Herrenhaus. Drei Jahrhunderte lang diente die Anlage als politisches, wirtschaftliches und gesellschaftliches Zentrum der Herrschaft der Ponte und schützte die Zuckermühle, von der dieser Teil des Inselsüdens lebte. Das nahezu quadratische Areal umfasste rund 7.200 Quadratmeter und vereinte Turm, Lagerhäuser, Kornspeicher, Ställe, Schmiede, Backhaus, Öfen, Wohnräume und einen Archivsaal, der als Schatz der Kanaren galt.
Am Mittwoch, dem 9. April 1902, zerstörte ein Brand die Anlage. Die Räume des Obergeschosses, das Mobiliar und ein Großteil der Unterlagen brannten aus, darunter das Gemeinde- und Gerichtsarchiv. Erhalten blieben der Turm, der Torbau, die Küchenmauern und Reste des Backhauses; in diesem Zustand steht die Anlage bis heute. Die örtliche Überlieferung hält den Brand für gelegt. Das Herrschaftsarchiv ging nicht ganz verloren: In den dreißiger Jahren gelangte es an das Museo Canario in Las Palmas und ist heute digitalisiert einsehbar. Seit 1986 ist die Casa Fuerte als Bien de Interés Cultural in der Kategorie Monument geschützt. 2019 kam sie auf die Rote Liste des gefährdeten Erbes von Hispania Nostra; die südöstliche Parzelle wurde 2024 nach den Sanierungsarbeiten wieder gestrichen.
Diese südöstliche Parzelle lässt sich heute von innen ansehen: Turm, Zisterne, Erdgeschoss, Bagasse-Lager, Pförtnerraum und Speicher sind wiederhergestellt, dort werden restaurierte landwirtschaftliche Geräte gezeigt. Der Eintritt ist frei, geöffnet ist dienstags, mittwochs, donnerstags und samstags von 10:00 bis 13:00 Uhr; für Gruppen oder Besuche außerhalb dieser Zeiten sollte man sich vorher telefonisch oder per WhatsApp anmelden. Die Anlage liegt mitten in der Altstadt, in derselben Straße wie das Besucherzentrum des Barranco del Infierno und rund dreihundert Meter davon entfernt, sodass sich beides gut an einem Vormittag verbinden lässt.
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