Was man auf La Graciosa sehen muss: die achte Kanareninsel
i24Esther10. August 2026

Was man auf La Graciosa sehen muss: die achte Kanareninsel

Ohne asphaltierte Straßen, mit sandigen Gassen und kaum Autos ist La Graciosa das, was auf den Kanaren einer Zeitreise am nächsten kommt. 2018 wurde sie offiziell als die achte bewohnte Insel des Archipels anerkannt, und man muss sie nur betreten, um zu verstehen, warum sie die Herzen erobert: Hier geht man barfuß, fährt Fahrrad und die Uhr lockert ihren Takt.

Wenn du wissen möchtest, was es auf La Graciosa jenseits vom Liegen im Sand zu sehen und zu tun gibt, ist das dein Leitfaden. Am Ende findest du außerdem einen Link zu unserem ausführlichen Führer zu den schönsten Stränden der Insel.

Wie man nach La Graciosa kommt

Man erreicht sie mit der Fähre von Órzola im Norden Lanzarotes. Die Überfahrt dauert etwa 25 Minuten über die Meerenge El Río und wird von zwei Reedereien (Líneas Romero und Biosfera Express) bedient, mit häufigen Abfahrten über den ganzen Tag. In der Hochsaison sollte man das Ticket im Voraus buchen.

Ein Tipp vor dem Einschiffen: Direkt am Hafen von Órzola liegt der Caletón Blanco, eine Lagune, die sich bei Flut in einen türkisfarbenen Naturpool verwandelt und bei Ebbe zwischen den Felsen fast trockenfällt. Ein zusätzlicher Halt nur wenige Schritte von der Fähre entfernt.

Das Erste, was beim Aussteigen überrascht: Es gibt keinen Asphalt. Die Straßen bestehen aus Jable (dem feinen, hellen Sand maritimen Ursprungs, der die Insel bedeckt) und es fahren nur zugelassene 4x4-Taxis (eine begrenzte Zahl an Lizenzen) und das eine oder andere Servicefahrzeug. Die echte Art, sich auf der Insel fortzubewegen, ist zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Caleta de Sebo, die Hauptstadt der Sandgassen

Caleta de Sebo ist der einzige dauerhaft belebte Ort der Insel und ihr Ankunftshafen. Ein Dorf aus niedrigen, weißen Häusern, Jable-Gassen und echtem Seemannsflair ohne Kulisse.

Verpass nicht die Iglesia de Nuestra Señora del Carmen mit einem einzigartigen Detail: Ihr Altar hat die Form eines Fischerbootes und die Lampen sind von maritimen Motiven inspiriert. Eine kleine Hommage an das Leben, das die Insel seit jeher trägt.

Es ist außerdem der Ort, um sich vor dem Aufbruch zum Erkunden einzudecken: Hier gibt es die Geschäfte, die Restaurants und die Fahrradverleihe.

Pedro Barba, das Dorf der Stille

Im Nordosten, abgelegen und fast unbewohnt, liegt Pedro Barba. Es entstand in den 1880er-Jahren, gegründet von Familien aus Lanzarote und verbunden mit einer Fabrik zum Einsalzen und Verarbeiten von Fisch. Heute hat es keine ständigen Bewohner: Es ist ein ruhiges Gebiet von Sommerhäusern und architektonisch einer der gepflegtesten und exklusivsten Winkel der Insel. Es lohnt den Besuch wegen seiner Geschichte und vor allem wegen seiner Stille. Ein Ort, um wirklich abzuschalten. Man erreicht es zu Fuß von Caleta de Sebo über die ruta Caleta de Sebo - Pedro Barba.

Die Vulkane von La Graciosa: Wandern mit Aussicht

La Graciosa ist klein, aber ihre Vulkankegel schenken einige der schönsten Panoramen des kanarischen Atlantiks.

Montaña Bermeja

Der rote Vulkan des Nordens. Der Aufstieg zu seinem Gipfel eröffnet einen 360-Grad-Blick über das gesamte Archipiélago Chinijo: Montaña Clara, Alegranza und die Felsnadeln tauchen am Horizont auf. Allein dieses Bild rechtfertigt die Mühe.

Montaña Amarilla

Die Montaña Amarilla ist der gelbe Vulkan an der Südspitze. Ihre Ockerfarbe bildet einen spektakulären Kontrast zum Blau des Ozeans, und sie ist einer der besten Orte der Insel, um den Sonnenuntergang zu erleben und Fotos zu machen.

Natur und Meer: das Archipiélago Chinijo

La Graciosa und ihre benachbarten Eilande bilden den Parque Natural del Archipiélago Chinijo, der das größte Meeresschutzgebiet Europas beherbergt. Das bedeutet kristallklares Wasser und Meeresböden voller Leben, perfekt zum Schnorcheln und Tauchen. Es ist das natürliche Herz der Insel und das Band, das ihre Vulkane mit ihren Stränden verbindet.

Was man tun kann: Fahrrad, Kajak und Katamaran

  • Fahrrad: die beliebteste Art, die Insel zu erkunden. Ein wichtiger praktischer Tipp: Auf manchen Abschnitten liegt sehr tiefer Sand, in dem das Fahrrad stecken bleibt, also informiere dich vor dem Aufbruch, welche Routen befahrbar sind.

  • Katamaran und Bootsausflüge: die beste Möglichkeit, den Archipel zu umrunden und Buchten zu entdecken, die man über Land nicht erreicht.

  • Tauchen, Kajak und Schnorcheln: um diese geschützten Gewässer von innen zu genießen. Zentren wie La Graciosa Diving organisieren Tauchgänge über die Böden des Chinijo.

Wo man auf La Graciosa essen kann

Frischer Fisch, direkt aus dem Meer, und lokaler Geschmack ohne Schnickschnack. Die Fischrestaurants rund um den Hafen von Caleta de Sebo sind der Ort, um den Fang des Tages oder kanarischen Ziegenkäse zu probieren. Mit den Füßen fast im Sand zu essen und dem Treiben am Kai zuzusehen, gehört zum Erlebnis.

Die Strände von La Graciosa

Kein Besuch ist vollständig ohne ihre Strände, vom spektakulären Playa de las Conchas im Norden (wie aus dem Bilderbuch, wenn auch mit starken Strömungen zum Baden) bis zur Ruhe der Playa de la Francesa. Da jeder seinen eigenen Charakter hat (wo man baden kann, wo es windig ist, wo man schnorchelt), haben wir ihnen einen eigenen Führer gewidmet:

Willst du direkt ins Wasser? Lies unseren ausführlichen Führer zu den schönsten Stränden von La Graciosa, um zu erfahren, welche Bucht je nach deinen Wünschen die beste ist.

Praktische Tipps für deinen Besuch

  • Nimm etwas Bargeld mit: In Caleta de Sebo gibt es einen Geldautomaten, der aber an langen Wochenenden und in der Hochsaison oft leer ist, und manche kleinen Betriebe oder Taxis bevorzugen Bargeld oder Bizum. In den meisten Restaurants kann man bereits mit Karte zahlen.

  • Verantwortungsvoller Umgang mit Wasser: Auf La Graciosa gibt es kein natürliches Süßwasser; alles kommt über eine Unterseeleitung aus Lanzarote, die gelegentlich ausfällt. Sei achtsam und spare jeden Tropfen.

  • Sonnenschutz: Es gibt kaum Schatten; komm gut vorbereitet.

  • Buche im Voraus die Fähre und die Unterkunft in der Hochsaison.

  • Bequemes Schuhwerk: Du wirst über Sand laufen.

  • Respektiere die Umgebung: Du befindest dich in einem geschützten Naturraum.

Häufig gestellte Fragen

Kann man La Graciosa an einem Tag besuchen?

Ja. Viele Besucher fahren von Lanzarote aus an einem Tag hin und zurück. Dennoch erlaubt eine Übernachtung, den Sonnenuntergang und die Stille zu genießen, wenn die Ausflügler weg sind.

Gibt es Autos auf La Graciosa?

Praktisch nicht. Es fahren nur zugelassene 4x4-Taxis (eine begrenzte Zahl an Lizenzen, sodass man in der Hochsaison warten muss) und Servicefahrzeuge. Normal ist, sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad fortzubewegen.

Braucht man eine Genehmigung für den Besuch?

Für den normalen touristischen Besuch nicht. Bestimmte Aktivitäten innerhalb des Schutzgebiets (wie das Zelten auf der Zona de Acampada de Playa del Salado) erfordern allerdings eine vorherige Genehmigung.

Wie kommt man hin?

Mit der Fähre von Órzola (Lanzarote), etwa 25 Minuten Überfahrt.

La Graciosa lässt sich nicht in Eile erleben: Man erkundet sie langsam, im Takt des Sandes. Entdecke, was es zu sehen gibt, bereite dich gut vor und lass dich von der ruhigsten Insel der Kanaren treiben.

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