
Was man auf Gran Canaria sehen muss: die unverzichtbaren Orte
Gran Canaria wird "ein Kontinent im Kleinformat" genannt, und das ist keine Prospektfloskel. Auf einer Insel, die man in gut einer Stunde mit dem Auto durchquert, geht es von einem Dunenfeld, das an die Sahara erinnert, zu einem feuchten Lorbeerwald, von einem Stadtstrand mit Promenade zu einem heiligen Monolithen auf 1.800 Metern und von einer Hauptstadt mit Kathedrale und Grundungsaltstadt zu einem Dorf aus Hohlenhausern, in denen noch Menschen wohnen. Die Frage ist weniger, was man auf Gran Canaria sehen soll, sondern wo man anfangt.
Hier stehen nicht alle Orte (dafur hast du die komplette Karte auf islas24). Es sind die Unverzichtbaren, geordnet nach dem, worauf du an diesem Tag Lust hast: Natur, Dorfer oder Ausfluge mit der Familie.
Der Roque Nublo und das Herz der Insel
Wenn du nur eine Sache sehen konntest, ware es das Zentrum. Der Roque Nublo ist ein Monolith aus Vulkangestein von etwa 80 Metern Hohe, auf uber 1.800 Metern uber dem Meer, und eines der grossen Wahrzeichen der Insel. Fur die Altkanarier war er ein heiliger Ort, ein Altar am Himmel, und oben angekommen versteht man, warum. Man steigt uber einen leichten, gut ausgeschilderten Pfad von anderthalb Kilometern vom Parkplatz La Goleta hinauf, und an klaren Tagen zeichnet sich in der Ferne die Silhouette des Teide uber dem Wolkenmeer ab. Nimm bequemes Schuhwerk, Wasser und etwas Warmes mit, denn hier oben schlagt das Wetter schnell um.
Dieses ganze Dach der Insel, die Gipfel, ist eine Landschaft, die Unamuno wie ein "versteinerter Sturm" vorkam. Ganz in der Nahe liegt der Pico de las Nieves, der hochste und bekannteste Aussichtspunkt der Insel auf 1.949 Metern (der wahre Gipfel Gran Canarias ist allerdings der benachbarte Morro de la Agujereada mit 1.956), und einer der Grunde, warum die Insel so gut zum Sternebeobachten ist: ein grosser Teil der Gipfel ist Starlight-Reservat. Wenn du gezielt hin willst, findest du in unserem Guide, wo man auf den Kanaren die Sterne sieht, die besten Punkte und die wichtigen Termine. Und einen Katzensprung entfernt liegt Tejeda, ein weisses Dorf zwischen Mandelbaumen, das zu den schonsten Spaniens zahlt: der perfekte Halt zum Essen und Kraftesammeln.
Die Dunen von Maspalomas und die Schlucht von Guayadeque
Im Suden erwartet dich die beruhmteste Postkarte der Insel: die Dunen von Maspalomas, ein fast vier Quadratkilometer grosses Feld aus goldenem Sand am Atlantik, mit seiner Lagune und seinem Leuchtturm am Ende. Es ist ein geschutztes Naturreservat, also uberquert man es nur auf den markierten Wegen; den Sand daneben zu betreten schadigt ein empfindliches Okosystem und wird geahndet. Geh fruh am Morgen oder in der Abenddammerung, wenn die Sonne alle Tone aus dem Sand holt und die Hitze nachlasst.
Fur eine ganz andere Seite steig hinauf zum Barranco de Guayadeque, zwischen Aguimes und Ingenio. Es ist ein tiefes, grunes Tal, in dem die Altkanarier ihre Wohnungen in den Fels gruben, und das Erstaunliche ist, dass noch immer Menschen in Hohlenhausern leben, dazu eine Handvoll Restaurants, die buchstablich im Berg stecken und in denen man echte kanarische Kuche isst. Ein Halbtagesausflug, der Natur, Ureinwohner-Geschichte und gutes Essen verbindet. Und wenn dich das vorspanische Erbe reizt, darfst du im Norden der Insel das Cenobio de Valeron nicht verpassen, einen beeindruckenden Gemeinschaftsspeicher aus Hunderten in einen Felsen gehauenen Kammern.
Dorfer mit Seele: Las Palmas, Teror und Puerto de Mogan
Las Palmas de Gran Canaria ist eine der wenigen kanarischen Hauptstadte mit einem echten Stadtstrand, doch ihr Juwel liegt im Landesinneren, im Viertel Vegueta: die Altstadt, in der die Stadt 1478 entstand, mit Kopfsteinpflastergassen, Herrenhausern mit Balkonen aus Kiefernholz und kanarischen Innenhofen. Hier siehst du die Catedral de Santa Ana, die Casa de Colon (wo die Uberlieferung Christoph Kolumbus' Zwischenstopp auf dem Weg nach Amerika verortet) und die Ermita de San Antonio Abad, eine der ersten Kirchen der Insel. Erkunde es zu Fuss, ohne Eile, und bleib in der Gegend zum Essen.
Im Inland ist Teror das frommste und schmuckste Dorf der Insel: dort steht die Basilika Nuestra Senora del Pino, die Schutzpatronin Gran Canarias, und eine Hauptstrasse mit kunstvoll geschnitzten Holzbalkonen, die zu den meistfotografierten des Archipels zahlt. Wenn du kannst, geh sonntags wegen des Markts hin, und geh nicht, ohne die Chorizo aus Teror probiert zu haben, weich und zum Streichen, eine echte Institution, oder die handgemachten Sussigkeiten, die die Nonnen des Zisterzienserklosters durch eine Drehlade verkaufen.
Und an der Westkuste hat sich Puerto de Mogan den Beinamen "kleines Venedig" verdient, wegen seiner Kanale und Brucken, mit niedrigen, von Bougainvillea uberwucherten Hausern. Ein ruhiger Ort zum Spazieren, Fischessen am Meer und Baden; freitags gibt es einen Markt, der ihn mit Leben fullt (wenn du an dem Tag hinfahrst, komm fruh oder nimm die Guagua, denn das Parken im Tal wird zur Odyssee).
Fur einen Familienausflug
Gran Canaria ist unkompliziert mit Kindern. Der Palmitos Park, in einer Schlucht bei Maspalomas, ist zugleich botanischer Zoo, Vogelshow und Delfinvorfuhrung und fullt einen ganzen Tag. In der Hauptstadt ist das Poema del Mar eines der modernsten Aquarien Europas, mit einem gewaltigen Ozeanzylinder, der einem den Atem raubt und besonders willkommen ist, wenn der Tag ungemutlich wird. Kauf die Tickets online, das ist meist gunstiger und erspart dir die Schlange.
Fur einen anderen Nachmittag stellt Sioux City eine Wildweststadt mit Shows nach, und uberall auf der Insel gibt es ruhige, geschutzte Buchten mit stillem Wasser, ideal mit Kleinen, die wir dir eine nach der anderen in den besten Stranden Gran Canarias vorstellen. Mit kleinen Kindern steuerst du am besten die Strande des touristischen Sudwestens an (Amadores, Puerto Rico), geschutzt und mit allem Service.
Wie du den Besuch planst
Gran Canaria gliedert sich grob in drei Welten: den Norden, grun und feucht, mit Las Palmas und den Dorfern; den Suden, trocken und sonnig, mit Dunen und Stranden; und das Zentrum, die Gipfel, wo Roque Nublo, Tejeda und die Sternenhimmel liegen. Am besten wahlt man nicht: nimm dir fur alle drei Zeit. Mit drei oder vier vollen Tagen siehst du das Wesentliche ohne Stress, und eine Woche lasst Spielraum fur einen Tag in den Gipfeln, einen in der Hauptstadt und mehrere am Strand ohne Hetze.
Das Auto ist fast unverzichtbar, um die schonsten Ecken zu erreichen, und viele davon liegen, wie fast alles Schone auf der Insel, am Ende einer kurvigen Strasse. Die Guagua (so nennen wir hier den Bus) verbindet Las Palmas gut mit dem Suden und ist gunstig, aber fur Roque Nublo, Tejeda oder Guayadeque reicht sie nicht. Rechne damit, dass die Entfernungen auf der Karte tauschen: es sind wenige Kilometer, aber viele Kurven, und der Norden ist meist bewolkter als der Suden, oft bedeckt von der beruhmten "panza de burro" (dem "Eselsbauch", der tiefen grauen Wolkendecke), also schau in den Himmel, bevor du den Tagesplan festlegst.
Auf islas24 findest du jeden dieser Orte mit Lage, Offnungszeiten und Anfahrt, damit du deine Route ohne Uberraschungen planst. Wahle, wo du anfangst, und lass die Insel den Rest erledigen.